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Börsenbericht – Zitterpartie geht weiter

Die beherrschenden Themen an den Börsen sind derzeit die jüngste Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, Künstliche Intelligenz und der anhaltende Krieg im Nahen Osten. Vor allem die weiterhin gemeldeten Angriffe – zuletzt meldeten die USA neue auf den Iran – bremsten die Hoffnungen der Marktteilnehmer auf eine baldige Deeskalation. Immerhin konnte sich der DAX zur Wochenmitte halbwegs stabil über der 25.000 Punkte-Marke halten, auch wenn sich Anleger vor der Fed-Entscheidung zurückhielten. Dabei entschieden sich die US-Notenbanker in Sachen Leitzins wie erwartet. Der Zinssatz bleibt unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 %. Allerdings sollen sich bereits drei Notenbanker für eine Zinserhöhung ausgesprochen haben, um die anhaltend hohe Inflation einzudämmen. An der Wall Street gaben die Leitindizes zur Wochenmitte nach. Der Dow Jones schloss 2,2 % tiefer, während der S&P 500 um 1,5 % nachgab. Die Technologiebörse Nasdaq setzte um 1,7 % zurück. 

Der Facebook-Konzern Meta hat an der Börse mit dem Ausblick auf das laufende Quartal enttäuscht. Der US-Konzern stellte für das laufende Vierteljahr einen Umsatz zwischen 61 und 64 Mrd. $ in Aussicht. Bei der Prognose für die Investitionen in KI-Infrastruktur hob Meta diesmal nur das untere Ende der Spanne von 125 auf 130 Mrd. $ an. CEO Mark Zuckerberg will Rivalen wie den ChatGPT-Entwickler OpenAI, Google oder auch Elon Musks KI-Firma xAI bei Künstlicher Intelligenz überbieten. Dafür ist er bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen. Das Geld für den KI-Ausbau liefert nach wie vor das boomende Werbegeschäft des Facebook-Konzerns. Im vergangenen Quartal steigerte Meta den Umsatz im Jahresvergleich um 28 % auf 60,8 Mrd. $. Unter dem Strich stand ein Gewinnrückgang von 14 % auf 15,85 Mrd. $ in den Büchern.  

Vinci hat Umsatz und Gewinn auch dank der guten Entwicklung im Bereich Energielösungen im 1. Halbjahr gesteigert. Der Erlös des französischen Mischkonzerns stieg um 2,1 % auf 35,6 Mrd. €. Der Gewinn legte unter dem Strich um fast 10 % auf knapp 2,1 Mrd. € zu. 

Der französische Kosmetikkonzern L'Oreal ist dank einer starken Nachfrage nach Haarpflegeprodukten im 2. Quartal kräftig gewachsen. Konzernweit legte der Umsatz im Jahresvergleich um 8,2 % auf 11,62 Mrd. € zu – bereinigt um Währungseffekte sowie Käufe und Verkäufe von Unternehmensanteilen lag das Plus bei 6,3 %. 

Der Online-Handelsriese Amazon wird seinen Standort in Pforzheim deutlich erweitern und das Personal dort bis Ende 2029 mehr als verdoppeln. Zudem werden über 300 Mio. € in den Standort investiert. 

Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials hat im 2. Quartal Umsatz und Ergebnisse steigern können. "Eine erste spürbare Nachfrageerholung in unseren Kernmärkten hat zur guten Geschäftsentwicklung beigetragen", sagte CEO Dominik von Achten. Für 2026 peilt das Unternehmen nun ein bereinigtes Ebit von 3,4 bis 3,65 Mrd. € an und damit mindestens das Niveau des Vorjahres. Bisher standen bis zu 3,75 Mrd. € auf der Agenda. Im zweiten Quartal legte das operative Ergebnis im Jahresvergleich um 3,6 % zu und der Umsatz kletterte um 6,4 %. 

Nemetschek hat im Q2 trotz der schwachen Gesamtwirtschaft deutlich wachsen können. So stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 13 % auf 327,7 Mio. €. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 11,5 % zu. Unter dem Strich fuhr Nemetschek mit 66 Mio. € rund ein Viertel mehr Gewinn ein.

Der Gabelstaplerhersteller Kion musste in den Monaten April bis Juni zwar einen Rückgang bei den Auftragseingängen verbuchen, konnte den Umsatz aber um 8 % verbessern. Das Ebit kletterte um 18 % auf 224 Mio. € gen Norden und der auf die Aktionäre entfallende Gewinn stieg auf 115 Mio. €. Zudem hat das Management die Erwartungen für Umsatz, bereinigten operativen Gewinn, sowie die Rendite auf das eingesetzte Kapital innerhalb der ursprünglich angegebenen Prognosebandbreiten präzisiert. 

Eine Nachfragebelebung bei Silizium-Wafern mit kleinerem Durchmesser stimmt Siltronic etwas zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Der Umsatz dürfte 2026 nun im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahreswert von 1,35 Mrd. € liegen. Bisher wurde ein Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Erfreulich sei die weiterhin starke Nachfrage nach 300-Millimeter-Wafern, während sich die Nachfrage nach 200-Millimeter-Wafern im 2. Halbjahr belebe und die Preise sich auf einem niedrigen Niveau stabilisierten, sagte Konzernchef Michael Heckmeier. In den vergangenen 3 Monaten sank der Umsatz im Jahresvergleich um gut 2 %, während das operative Ergebnis um rund ein Fünftel nachgab.

Der weltweite Ausbau der KI-Kapazitäten treibt die Bestellungen beim Anlagenbauer Aixtron weiter an. Das betrifft die Nachfrage nach Anlagen für optoelektronische Anwendungen. Größere Laser-Systemauslieferungen sollen voraussichtlich im 3. Quartal beginnen und sich weit über das laufende Geschäftsjahr hinaus erstrecken. Gleichwohl bleibe die Nachfrage in der Leistungselektronik sowie durch Hersteller von Micro-LED und LED verhalten.

In einem unsicheren Konjunkturumfeld blickt Wacker Chemie etwas vorsichtiger auf die Umsatzentwicklung im laufenden Jahr. Der operative Gewinn dürfte sich hingegen in der Tendenz besser entwickeln als bisher gedacht. Hintergrund sei eine gute operative Entwicklung im Q2 sowie ein nicht-operativer Ertrag aus einer Änderung bei den Pensionsrückstellungen. Beim Umsatz wird inzwischen für 2026 mit einem Wachstum im mittleren einstelligen %-Bereich gerechnet. Zuvor wurde ein hohes einstelliges Wachstum anvisiert. Das Ebitda wird nun zwischen 625 und 750 (bisher: 550–700) Mio. € erwartet.