Der Gegenwind für die Börsenkurse nimmt erneut zu – neben den weiter steigenden Ölpreisen sorgten KI-Sorgen für zurückhaltende Stimmung unter den Anlegern. Der DAX war zuletzt wieder unter die runde Marke bei 26.000 Punkten gerutscht. Zwischenzeitig hielt sich der dt. Leitindex in der Nähe seines jüngsten Tiefs bei 25.361 Zählern auf. Angesichts der weiterhin ungeklärten Lage im Iran und um die Straße von Hormus zogen die Ölpreise wieder an. Zudem gerät der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien unter Druck: Wegen der zunehmenden Bedrohung der zweiten Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen musste das Königreich nach Drohnenangriffen eine wichtige Pipeline abschalten. Für weitere Unsicherheiten sorgten die jüngsten Entwicklungen in Sachen KI: Immer mehr Experten fordern eine verlangsamte Entwicklung der Technologie. Sowohl der Chef von Anthropic als auch OpenAI sind der Ansicht, dass die Entwicklung leistungsstärkerer KI-Modelle, angesichts der jüngsten eigenständigen Hacking-Angriffe, gebremst werden müssen. Dario Amodei, Chef von Anthropic, befürchtet sonst, dass in 6 bis 12 Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden anrichten könnte. Für weitere Impulse dürfte die diese Woche anstehende Entscheidung der US-Notenbank Fed sorgen. Trotz einer ungebrochen hohen Inflation konnten sich die Leitindizes der Wall Street zum Wochenschluss weiter erholen. Zwar verfestigten sich die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung, nichtsdestotrotz konnte der Dow Jones seine jüngste Verlustserie unterbrechen und mit einem leichten Plus von 0,98 % ins Wochenende gehen. Der S&P 500 legte um 0,86 % zu und die Technologiebörse Nasdaq schloss 0,91 % fester.
Eine Herabstufung von „Outperform“ auf „Neutral“ durch die Investmentbank Baird setzte die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas unter Druck. Zudem wurde das Kursziel von 180 auf 165 € reduziert.
Die Aktionäre der Intesa Sanpaolo haben der Kapitalerhöhung zugestimmt, mit der das freiwillige öffentliche Übernahme- und Umtauschangebot der Bank für die Monte dei Paschi di Siena (MPS) unterstützt werden soll. Damit ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Abschluss der im Juni angekündigten Transaktion getan. Der Beschluss wurde auf der außerordentlichen Hauptversammlung mit 96,96 % der vertretenen und stimmberechtigten Aktien angenommen.
Der Chemiekonzern Evonik schließt im kommenden Frühjahr seinen Standort in Bitterfeld. Hintergrund seien die anhaltend herausfordernden Marktbedingungen, teilte das Unternehmen mit. Die Auslastung der Anlagen sei seit längerem nicht ausreichend, um einen wirtschaftlichen Betrieb sicherzustellen. Verschiedene Optionen wie etwa eine Reduzierung der Kapazitäten hätte allesamt keine langfristig tragfähige Perspektive gezeigt.