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Börsenbericht – Zurückhaltung herrscht vor

Zur Wochenmitte muss sich der DAX gegen schwache Vorgaben aus Asien und steigende US-Renditen stellen. Zudem stehen für heute die Quartalszahlen des Tech-Schwergewichts Nvidia auf dem Plan – der KI-Konzern stellt seine Ergebnisse traditionell als einer der letzten vor. Es wird zwar erneut mit starken Zahlen gerechnet, allerdings kamen zuletzt erneut Zweifel auf, ob der Konzern die enorm hohen Erwartungen weiterhin überbieten kann. Ein weiterer Punkt auf der Agenda sind die steigenden Renditen am US-Anleihenmarkt, die Kapital ais dem Aktienmarkt ziehen. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen erreichte zeitweise den höchsten Stand seit 16 Monaten. Die Renditen der 30-jähriger Anleihen kletterte sogar auf den höchsten Stand seit 2007. Derweil kam es zwischen den USA und der EU im Zollstreit zu einer Erholung. Nach den Monate anhaltenden Verhandlungen haben sich Vertreter des EU-Parlaments und der EU-Mitgliedsstaaten auf die Umsetzung einer bereits im vergangenen Jahr vereinbarten Zollregelung geeinigt. So sollen europäische Zölle auf US-Industriewaren schrittweise abgebaut werden. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor den Druck auf die EU erhöht und mit zusätzlichen Strafzöllen gedroht. Sollte die Umsetzung bis zum 4. Juli nicht beschlossen sein, werde er neue Aufschläge verhängen und die Zölle auf Autos von derzeit 15 auf 25 % erhöhen. An der Wall Street setzten sich die Gewinnmitnahmen indes fort: Der Tech-Index Nasdaq 100 musste nach kurzzeitigen Kursgewinnen diese wieder abgeben und beendete den Handel 0,61 % schwächer. Der S&P 500 verlor 0,67 %  und der Dow Jones schloss 0,65 % leichter. 

Vor allem die europäischen Autobauer atmeten angesichts der Einigung auf. Die geplante Regelung sieht vor, dass die europäischen Zölle mit Inkrafttreten des Gesetzes entfallen und bis Ende 2029 ausgesetzt bleiben. Auch die deutschen Autowerte, wie VW, BMW oder Mercedes-Benz reagierten positiv auf die Meldung. 

Auf der heute stattfindenden HV der Commerzbank dürfte vor allem die feindliche Übernahme der UniCredit im Fokus stehen. Die italienische Großbank hat den Druck auf den Frankfurter DAX-Konzern mit einem Kaufangebot für sämtliche Aktien erhöht.

Die Alphabet-Tochter Google entwickelt seine über Jahrzehnte kaum veränderte Suchmaske für die Ära Künstlicher Intelligenz weiter. Unter anderem wird sich das Suchfeld nun nach Bedarf ausweiten, um längere Anfragen zu erlauben. Neben Text kann es auch mit Bildern, Dateien oder Videos befüllt werden. Zudem soll KI bei der Eingabe der Fragen über die bisherigen Ergänzungsvorschläge der Autovervollständigung hinausgehen, wie der Internet-Konzern auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O ankündigte.