Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni weiter aufgehellt. Der vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung erhobene Geschäftsklimaindex stieg auf 85,6 Punkte nach 85,0 Zählern im Vormonat. Damit setzte sich der leichte Aufwärtstrend bereits zum zweiten Mal in Folge fort. Ökonomen hatten den Anstieg erwartet.
„Die deutsche Wirtschaft hofft auf eine Entspannung der weltpolitischen Situation“, erklärte ifo-Chef Clemens Fuest. Die Unternehmen blickten weniger skeptisch auf ihre aktuelle Lage und die Geschäftsaussichten. Auch ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe sprach von einer leichten Verbesserung über alle Branchen hinweg. Die Unsicherheit in den Unternehmen nehme ab, wodurch die Planbarkeit steige.
In der Industrie verbesserten sich vor allem die Erwartungen, während die aktuelle Lage etwas schlechter beurteilt wurde und die Auftragseingänge erneut zurückgingen. „Auf den Exportmärkten fehlt die Dynamik“, so Wohlrabe. Im Handel habe sich das Geschäftsklima zwar aufgehellt, bleibe jedoch im negativen Bereich. Belastend wirkten weiterhin höhere Energiepreise, die auch die Verbraucher spürten.
Nahost-Entspannung als Stimmungsstütze
Für zusätzlichen Optimismus sorgten Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran. Laut Vermittlern aus Pakistan und Katar wurde ein Fahrplan für weitere Verhandlungen vereinbart, der innerhalb von 60 Tagen zu einem möglichen Friedensabkommen führen soll. Noch offen bleibt jedoch insbesondere die Zukunft der Straße von Hormus, einem zentralen Nadelöhr für den globalen Öl- und Rohstoffhandel.
Die Entwicklung in der Region gilt als entscheidend für die weitere wirtschaftliche Dynamik. Eine mögliche Entspannung könnte die Energiepreise stabilisieren und die konjunkturellen Belastungen reduzieren.
Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für 2026 trotz fiskalischer Impulse der Bundesregierung nur mit einem moderaten Wachstum von 0,8 Prozent. Ausschlaggebend seien weiterhin die wirtschaftlichen Folgen der geopolitischen Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran.
Insgesamt zeigt der aktuelle Index zwar eine vorsichtige Verbesserung der wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland – eine nachhaltige Erholung bleibt jedoch eng an die weitere Entwicklung in Nahost geknüpft.