Der deutsch-französische Panzerbauer hat den offiziellen Startschuss für seinen milliardenschweren Börsengang gegeben, der noch vor der Sommerpause erfolgen soll. Ein genauer Zeitpunkt wurde allerdings noch nicht genannt. Wie erwartet wollen der französische Staat und die in der Wegmann-Holding zusammengeschlossenen deutschen Eigentümerfamilien jeweils 10 % an KNDS an die Börsen in Frankfurt und Paris bringen. Der deutsche Staat übernimmt noch vor dem Börsengang die restlichen 40 % der Wegmann-Holding (vgl. ES 26/26). Der Haushaltsausschuss des Bundestages soll darüber einem Insider zufolge am Freitag final entscheiden. Deutschland und Frankreich haben sich wegen der strategischen Bedeutung des Herstellers von „Leopard 2“-, „Boxer“- und „Leclerc“-Panzern weitgehende Sonderrechte gesichert.
Neue Aktien gibt KNDS bei der Emission nicht aus, der Erlös fließt vollständig an die bisherigen Eigentümer. Einsteigen sollen bei KNDS institutionelle Investoren, Privatanleger sollen nicht zum Zuge kommen. Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt die Beteiligung des Bundes: Während die neuen Anleger beim Börsengang zum Emissionspreis einsteigen sollen, zahlt die Bundesregierung für ihr Aktienpaket nach Angaben aus Regierungskreisen einen Aufschlag von mehr als 10 % an die Familieneigentümer. Dieser soll auch die Kursentwicklung in den Monaten nach der Erstnotiz berücksichtigen. Angesichts der zuletzt gesunkenen Bewertungen von Rüstungsunternehmen gilt eine Konzernbewertung von rund 15 Mrd. € inzwischen als realistisches Ziel; daraus ergäbe sich ein Emissionsvolumen von etwa 3 Mrd. €.