Angesichts durchwachsender Vorgaben aus New York und Asien zeigen sich die Anleger zunächst zurückhaltend. Darüber hinaus hängen die Entwicklung in Nahost und der damit einhergehende höhere Ölpreis wie ein Damoklesschwert über dem Aktienmarkt. Das Wall Street Journal berichtet, dass die US-Ölvorräte gefährlich niedrig seien — kommerzielle Lagerbestände stiegen in der Woche bis zum 3. Juli demnach zwar um 3 Mio. Barrel, liegen aber weit unter dem Niveau vor dem Iran-Krieg. Gold kann sich in dieser Gemengelage nahe 4.114 USD/Unze stabilisieren, da Händler Nahost-Risiken und den Zinserhöhungsausblick gegeneinander abwägen. Nachdem der DAX noch zu Wochenbeginn auf einem neuen Allzeithoch notierte, zeichnet sich nunmehr also eine deutlich negative Wochenbilanz ab.
Unter den Einzelwerten steht Infineon im Blickpunkt. Der Halbleiterkonzern erhöht in bestimmten Bereichen die Preise, wie Finanzvorstand Schneider in einem Interview erklärte. Und es könnte bald noch teurer werden: Bei knappen Gütern werde es zu Rationierungen kommen. Das Geschäft mit der für Infineon wichtigen Automobilbranche sowie anderen Industriezweigen ziehe außerdem wieder an.
Der VW-Konzern streicht seine Modellpalette deutlich zusammen. Die Zahl der Modelle im Konzern soll schrittweise um bis zu 50 % schrumpfen, die Anzahl möglicher Ausstattungsoptionen um bis zu 75 % sinken, kündigte der Konzern nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg an. Dem aktuellen Plan mangele es an Details, hieß es am Parkett. Investoren wünschten sich weiterreichende Nachrichten zur Umstrukturierung, doch Betriebsrat und Politik lehnten dies ab.
Bayer sichert sich 3 Mrd. € von Apollo Global Management für eine Minderheitsbeteiligung an einer neu gegründeten Einheit, die das Geschäft mit langwirksamen reversiblen Verhütungsmitteln (LARC) hält. Bayer behält die Mehrheit und die operative Kontrolle. Die Transaktion soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden und dient der Stärkung der Kapitalstruktur.
Darüber hinaus bewegen einmal mehr zahlreiche Analysteneinstufungen die Kurse. Salzgitter steht im Fokus, nachdem die US-Bank JPMorgan die Einstufung der Papiere von "Underweight" auf "Overweight" gedreht und das Kursziel von 31,40 auf 65,00 € mehr als verdoppelt hatte.
Von der Wall Street hallten ebenfalls aktuelle Meldungen nach. So belastete eine Ankündigung der Kaffeehauskette Starbucks die Aktien der Software-Entwickler. Diese will künftig beim Einsatz betrieblicher Software stärker auf Künstliche Intelligenz setzen. Die könnte den klassischen Software-Anbietern also zur Konkurrenz werden. Während Starbucks selber zulegte, wurden Aktien wie IBM, Microsoft und Salesforce auf die Verkaufsliste gesetzt.
Der Kurs von Micron hatte sich im Verlauf erholt. Der Chip-Hersteller will die Halbleiter- und Speicherkapazitäten bis 2035 mit Investitionen von mehr als 250 Mrd. $ weiter hochfahren.
Dagegen gab die Notierung von PepsiCo gestern nach. Analysten zufolge überschattet der Konflikt der USA mit dem Iran die Perspektiven des Brause- und Snack-Produzenten.