Paris – Dem französischen Spirituosenhersteller droht in Indien eine milliardenschwere Rückforderung. Indische Ermittler werfen dem Hersteller von Whisky-Hersteller konkret vor, das Alter und die Zusammensetzung seiner Scotch-Whisky-Importe verschleiert zu haben, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht. Ziel sei es gewesen, deren wahren Wert zu verbergen und niedrigere Zölle zu zahlen. Die Behörden fordern eine Rückzahlung von 314 Mio. $. Der Konzern wehrt sich nun juristisch gegen die Vorwürfe. Man sei allen Vorschriften nachgekommen und zuversichtlich, die eigene Position vor Gericht durchsetzen zu können, hieß es von Pernod.
Den Ermittlern zufolge hat Pernod seine Angaben „absichtlich verkompliziert“. Dazu seien interne Codenamen für Malze verwendet worden, um den Zollbehörden einen Vergleich mit den Importen von Konkurrenten zu erschweren. Die Ermittler gehen davon aus, dass Pernod den Wert seiner importierten Konzentrate um 67,49 % zu niedrig angegeben hat, um den geltenden Zollsatz von 150 % zu umgehen. Der Streit ist für den Konzern von hoher Bedeutung. Indien ist für Pernod nach Volumen der größte Markt weltweit. Sollte das Unternehmen den Rechtsstreit verlieren, könnte sich die Gesamtsumme inklusive Strafen auf mehr als 600 Mio. $ belaufen. Dies entspräche einem Fünftel des letztjährigen Indien-Umsatzes von 2,9 Mrd. $ und dem Dreifachen des Gewinns. Der Steuerstreit, der bereits seit 2014 andauert, ist nicht das einzige rechtliche Problem für Pernod in dem Land. Der Konzern sieht sich auch einem Kartellverfahren und einem Verkaufsverbot in der Hauptstadt Neu-Delhi ausgesetzt.
Pernod Ricard hat derzeit einige offen Baustellen abzuarbeiten. Abwarten!; (B).