Dermapharm Holding SE

Die Dermapharm Holding SE steigerte den Umsatz in den ersten drei Quartalen 2019 um 20,7 Prozent auf 517,6 Mio. Euro. Der Umsatz im Segment Markenarzneimittel und andere Gesundheitsprodukte legte um 10,7 Prozent auf 276,2 Mio. Euro zu. Beim bereinigten EBITDA des Segments kam die Gesellschaft um 11,5 Prozent auf 113,8 Mio. Euro voran. Der Umsatz des Segments Parallelimportgeschäft stieg um 3,1 Prozent auf 185,1 Mio. Euro. Dabei ging das EBITDA jedoch um 7,7 Prozent auf 7,2 Mio. Euro zurück. Das neu konsolidierte Segment Pflanzliche Extrakte steuerte einen Umsatz von 56,3 Mio. Euro bei. Dabei belief sich das bereinigte EBITDA auf 16,2 Mio. Euro. Auf Konzernebene kletterte das bereinigte EBITDA um 25,1 Prozent auf 133,1 Mio. Euro. Dabei verbesserte sich die EBITDA-Marge von 24,8 auf 25,7 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand eine Umsatzsteigerung zwischen 14 und 19 Prozent. Das bereinigte EBITDA soll dabei um 17 bis 22 Prozent zulegen.(ES - 20.11.2019 - 20:00 Uhr)

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Biofrontera AG

In den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2019 erzielte die Biofrontera AG ein Umsatzwachstum von 31 Prozent auf 19,1 Mio. Euro. Trotz der Zuwächse lag die Geschäftsentwicklung unter den Erwartungen des Vorstands. In den Sommermonaten hatte die Wachstumsdynamik in den USA deutlich nachgelassen. Auch wenn sich die Nachfrage ab Oktober wieder gebessert hat, kann die Gesellschaft die Umsatzprognose für das Gesamtjahr nicht aufrechterhalten. Das Management rechnet nun mit Erlösen von 28 bis 31 Mio. Euro nach zuvor 32 bis 35 Mio. Euro. Bedingt durch eine reduzierte Bruttomarge und deutlich über den Erwartungen liegende Kosten des Rechtsstreits mit DUSA Pharmaceuticals, Inc. sowie einige Anpassungen in den Sonstigen Erträgen führten zu einer Reduzierung des Verlusts beim Vorsteuerergebnis. So verbesserte sich das Ergebnis vor Steuern von minus 2,5 auf minus 12,3 Mio. Euro. Das Gesamtergebnis belief sich in den ersten 9 Monaten auf minus 3,3 Mio. Euro entsprechend minus 0,06 Euro je Aktie. Im Gesamtjahr erwartet der Vorstand nun einen Nettoverlust von 4 bis 6 Mio. Euro nach zuvor einem Nettogewinn von 4 bis 7 Mio. Euro.(ES - 19.11.13:00 Uhr)

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QIAGEN N.V.

Der Vorstand der QIAGEN N.V. hat mehrere nicht verbindliche und bedingte Interessensbekundungen über den Erwerb sämtlicher ausgegebenen Aktien an der Gesellschaft erhalten. Deshalb beabsichtigen Vorstand und Aufsichtsrat zur Prüfung strategischer Alternativen Gespräche mit den Interessenten zu beginnen. Die Gespräche sollen zur Sondierung der strategischen Alternativen dienen, ob diese ein höheres Wertsteigerungspotenzial bieten, als die Gesellschaft auf stand-alone-Basis bereits erreichen kann. Derzeit ist nicht absehbar, ob die Gespräche schließlich zu einem von der Gesellschaft empfohlenen Angebot an alle Aktionäre führen werden.(ES - 15.11.2019 - 22:00 Uhr)

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IPOs

Redaktionelles

Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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