Während in Bonn die 23. Weltklimakonferenz lautstark über den Ausstieg aus dem Benzin- und Dieselantrieb für Autos berät, legt die OPEC in aller Stille eine Studie vor, wonach auch 2040 noch 85 % aller Fahrzeuge weltweit auf Benzin und Diesel angewiesen sein werden. 

Ausgangspunkt der OPEC-Studie ist das Anwachsen der Weltbevölkerung um 1,8 Mrd. Menschen auf 9,2 Mrd. bis 2040. Dadurch wird sich die globale Wirtschaftsleistung mehr als verdoppeln und der Energiebedarf um mehr als ein Drittel steigen. Etwa die Hälfte davon werden dann immer noch Öl und Gas abdecken. 

Mit der Weltbevölkerung wird auch die Zahl der Autos zunehmen. Sie wird sich bis 2040 auf 2 Mrd. verdoppeln. Und auch wenn die alternativen Antriebe zunehmen werden, insgesamt werden sie nicht mehr als 15 % ausmachen. 

Vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern wird mit dem zunehmenden Wohlstand auch die Ölnachfrage rasant ansteigen. Nach dem Zukunftsszenario der Ölexperten werden allein China und Indien in 25 Jahren zusammen täglich 11,9 Mio. Barrel mehr Öl als heute benötigen. Das übrige Asien wird zusammen mit Afrika täglich etwa 7 Mio. Barrel mehr brauchen. Zwar wird in den 35 hoch entwickelten OECD-Mitgliedsländern der Bedarf an Öl und Gas zurückgehen, aber sie werden auch dann noch immer „eine zentrale Rolle spielen“. 

Und wie immer werden in den Entwicklungsländern zunächst die Umweltsünden der Industrienationen wiederholt. Zum einen fehlt schließlich das Geld für saubere Energie, zum anderen gibt es in diesen Regionen kaum Regulierungen, sodass die hoch entwickelten Volkswirtschaften dort noch Absatzmärkte für ihre alten Dreckschleudern finden. So, wie hierzulande die nicht mehr umweltkonformen Kraftwerke abgebaut und nach Bulgarien oder Rumänien verkauft werden, finden auch die ausrangierten Benzin- und Dieselfahrzeuge zunehmend neue Besitzer in Afrika und Asien. 

Das ist ernüchternd und rückt den Hype um E-Mobilität in ein sachlichere Perspektive. Auch in mehr als 20 Jahren werden also 85 % aller Fahrzeuge weltweit auf fossile Brennstoffe angewiesen sein, von Schiffen und Flugzeugen ganz zu schweigen. Sie sind in der aktuellen OPEC-Studie noch gar nicht mit berücksichtigt.