TOM TAILOR Holding SE

Die TOM TAILOR Holding SE passt ihre Umsatz- und Ergebnisschätzung für das Geschäftsjahr 2018 nach unten an. Der lange und heiße Sommer und damit der späte Start in die Herbst-Winter-Saison haben die Umsatz- und Ergebnisentwicklung negativ beeinflusst. Der durch die RESET-Maßnahmen erwartete leichte Rückgang des Umsatzes für das Geschäftsjahr 2018 kann deshalb nicht so stark abgefedert werden wie zunächst erwartet. Während sich die Kernmarke TOM TAILOR am Markt weiter gut behauptet, verzeichnete die Marke BONITA einen schwachen Start. Auch die Modernisierung dieser Marke nimmt mehr Zeit in Anspruch als erwartet. Aufgrund dessen erwartet der Vorstand im Gesamtjahr nun einen Umsatzrückgang auf 840 bis 860 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge soll dabei zwischen 7,5 und 8,5 Prozent liegen. Ursprünglich war das Management von einer EBITDA-Marge in Höhe von 10 Prozent ausgegangen. Angesichts der aktuellen Geschäftsentwicklung von BONITA wird die Werthaltigkeit der Beteiligung sowie der Markenwert grundlegend überprüft.

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CECONOMY AG

Aufgrund der aktuellen Geschäftsentwicklung passt der Vorstand der CECONOMY AG die Prognose für das Gesamtjahr an. Beim Umsatz rechnet das Management im Geschäftsjahr 2017/18 unverändert mit einem leichten Wachstum. Die Anpassung der Ergebnisprognose ist maßgeblich auf eine schwächer als erwartete Geschäftsentwicklung in Deutschland im vierten Quartal zurückzuführen. Auch die Geschwindigkeit bei der Umsetzung der strategischen Initiativen in Deutschland blieb hinter den Erwartungen zurück. So erwartet der Vorstand nun ohne Berücksichtigung der Ergebnisbeiträge aus der Beteiligung an Fnac Darty S.A. ein EBITDA zwischen 680 Mio. EUR und 710 Mio. Euro. Im Vorjahr lag der Wert bei 714 Mio. Euro vor Sonderfaktoren. Das EBIT soll dann in einer Größenordnung von 460 bis 490 Mio. Euro liegen. Hier hatte die Gesellschaft im Vorjahr 494 Mio. Euro erwirtschaftet. Bisher hatte CECONOMY für das Gesamtjahr eine Steigerung von EBITDA und EBIT im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich prognostiziert.

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Zalando SE

Die Zalando SE hat ihre Prognose für das Gesamtjahr 2018 nach unten angepasst. Demnach haben der lange und außergewöhnlich heiße Sommer sowie ein verspäteter Start in die Herbst/Winter-Saison das Umsatzwachstum und das bereinigte EBIT belastet. Im dritten Quartal geht der Vorstand nun von einer Entwicklung deutlich unterhalb der Analystenschätzungen aus. Diese sehen durchschnittlich ein Umsatzwachstum von 19,8 Prozent und ein bereinigtes EBIT von minus 2 Mio. Euro. Im Gesamtjahr rechnet Zalando nun mit einem Umsatzwachstum am unteren Ende der bisher angestrebten Spanne von 20 bis 25 Prozent. DAs bereinigte EBIT erwartet der Vorstand nun in einer Größenordnung von 150 bis 190 Mio. Euro. Zuvor hatte das Management mit einem Wert am unteren Ende des Zielkorridors von 220 bis 270 Mio. Euro gerechnet. Dagegen bleiben die Prognosen für Investitionen und das Nettoumlaufvermögen unverändert. Trotz der angepassten Prognose wachse Zalando immer noch schneller als der Modemarkt.

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Thema der Woche

Ausgabe 38 | 19.09.2018

Verkehrte Welt

Die Deutschen sparen sich arm

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Spezial

Wie erwartet, wird ab dem 24. September Wirecard die Commerzbank im DAX ablösen, die dann in den MDAX abwandert. 

Außerdem gab die Deutsche Börse auch die Zusammensetzung der neu geordneten Nebenwerte-Indizes bekannt. So erhalten auch Technologiewerte aus dem TecDAX zusätzlich Zugang zum MDAX und SDAX. Deshalb wird der MDAX von bisher 50 auf 60 Werte aufgestockt. Im SDAX sind ab dem 24. September 70 Werte zu finden, zuvor waren es 50. Der TecDAX erhält weiterhin genau 30 Werte. U.a. werden 13
TecDAX-Aktien dann auch zum MDAX zählen. Eine genaue Auflistung erfolgt in der nächsten ES-Ausgabe.

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„Wir sind uns bewusst, dass damit eine Ära Metro bei Haniel zu Ende gehen kann“, so Haniel-Chef Stephan Gemkow.   Der Duisburger Familienkonzern Haniel steht vor dem Ausstieg bei der Metro. Mit dem tschechischen Investor EP Global Commerce (EPGC) dürfte bald ein anderer Wind bei dem Düsseldorfer Handelskonzern wehen.

Nach mehr als 50 Jahren verkauft Haniel zunächst 7,3 % seiner Metro-Aktien an den tschechischen Investor EPGC. Dieser gehört den Geschäftspartnern Patrik Tkac und Daniel Kretinsky. Die Käufer besitzen zudem eine Option, auch die übrigen 15,2 % der Metro-Anteile aus dem Haniel-Besitz zu übernehmen. Zum Kaufpreis wurden bisher keine Angaben gemacht. Nach dem akt. Aktienkurs dürfte der Kaufpreis für den ersten Teil bei rd. 340 Mio. € und die 2. Tranche bei 710 Mio. € liegen. Auch Ceconomy erwägt, den größten Teil des 10 %-Anteils an der Metro zu veräußern, und zwar an Kretinskys-Gesellschaft EP Investment. Ceconomy ist bekanntlich ebenso wie der Lebensmittelhändler Metro vergangenen Sommer aus der Aufspaltung der früheren Metro Group hervorgegangen. 

Die Haniel-Gruppe war bereits seit Längerem mit der Metro-Entwicklung unzufrieden. Auch die Aufspaltung von Metro und Ceconomy mit seinen Elektronikketten Media Markt und Saturn brachte nicht den gewünschten Erfolg. An der  25 %-Beteiligung  an Ceconomy will man weiter festhalten, weil dort eine Strategie erkennbar sei. Diese scheinen die Duisburger bei Metro nicht mehr zu sehen. 

Die EPGC schickt sich nun an, nicht nur ein Großaktionär vom deutschen Handelsriesen zu werden, sondern der Mehrheitsaktionär. Der millilardenschwere Investor Kretinsky hinter der EPGC ist kein unbeschriebenes Blatt in Deutschland, er kontrolliert bereits den Strom-Versorger EPH. Der sog. „Kohlebaron“ hatte die deutschen Braunkohlekraftwerke und den Tagebau von Vattenfall übernommen. Ursprünglich kommen weder Tkac noch Kretinsky aus der Handelsbranche. Sie halten jedoch auch 40 % am zweitgrößten Onlinekaufhaus in Tschechien. Dem Vernehmen nach sieht Kretinsky Entwicklungspotenzial bei der Metro und will sich entsprechend aktiv mit einbringen. Über kurz oder lang könnte Kretinsky in den Besitz von mehr als 30 % der Metro-Anteile gelangen. Dann müsste er den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten.  

u Mit dem Aktionärswechsel wird es bei der Metro (akt. 13,47 €) endlich wieder spannend. Bei Ceconomy bleibt man ebenso am Ball; (A–). Weitere heißere Möglichkeiten bieten sich durch Optionsscheine auf Metro bzw. Ceconomy.

 

 

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ES: Sie haben soeben die Bilanz für das erste Halbjahr vorgelegt. Wie zufrieden sind Sie und was erwarten Sie für die zweite Jahreshälfte? 

Wir können auf ein erfolgreiches 1. Halbjahr 2018 blicken: Unsere erste T-Zell-Rezeptor (TCR)-Studie MDG1011 hat begonnen, unsere bestehende Partnerschaft mit bluebird bio haben wir um 50 % erweitert und darüber hinaus haben wir unsere finanzielle Basis mit einer erfolgreichen Kapitalmaßnahme so gut gestärkt, dass wir nun über 80 Mio. € an liquiden Mitteln verfügen. In der 2. Jahreshälfte planen wir, mit der Behandlung von Patienten mit unserer TCR-Therapie MDG1011 zu beginnen und die erste Studienkohorte der Phase I bis Ende des Jahres 2018 durchführen zu können.

ES: Könnten Sie uns etwas über die aktuellen Entwicklungen der klinischen Studie zu MDG1011 und Ihrer Partnerschaft mit bluebird bio sagen? Wie hoch sind die liquiden Mittel, die hier fließen werden?

In unserer klinischen Studie mit dem TCR-T-Immuntherapie MDG1011 haben die Patientenaufnahme in die erste Dosis-Kohorte dieser Studie und die Produktion des personalisierten Zellprodukts vor Kurzem begonnen. In den drei beteiligten Studienzentren werden kontinuierlich Patienten gescreent und getestet, ob eine Aufnahme in die Studie möglich ist. Als erster Schritt erfolgt dann eine Apherese, die Isolierung der patienteneignen T-Zellen. Diese werden dann mit Medigenes spezifischem PRAME-TCR ausgestattet und anschließend vermehrt. Nach umfassenden Qualitätsprüfungen des Zelltherapieprodukts wird der Patient zunächst mit einer vorbereitenden Chemotherapie und dann einmalig per Infusion mit MDG1011 behandelt.

Unsere Kooperation mit bluebird bio haben wir im Mai signifikant ausgeweitet, sodass wir nun sechs anstelle von vier TCR-Leitkandidaten für das US-Unternehmen entwickeln. Im Rahmen dieser Neuerung hat Medigene eine zusätzliche Vorauszahlung (Upfront-Payment) in Höhe von 8 Mio. $ sowie eine zusätzliche Zahlung in Höhe von 1 Mio. $ im Zusammenhang mit dem Erreichen eines ersten Kollaborations-Meilensteins erhalten. Aufgrund dieser Partnerschaft mit bluebird bio erhöhten sich in den ersten sechs Monaten 2018 unsere Umsätze im Bereich Immuntherapien auf 3,4 Mio. €, was einer Steigerung von 49 % entspricht. 

ES: In welchen anderen Forschungskooperationen steckt Medigene derzeit?

Zur Fortentwicklung unserer Forschungsprojekte haben wir ein internationales wissenschaftliches Netzwerk mit Partnern aufgebaut. Es setzt sich zusammen aus akademischen und klinischen Kontakten und Kooperationen mit leitenden Krankenhäusern und Institutionen in Europa und Nordamerika sowie mit forschenden Biotechnologie-Unternehmen, insbesondere in den USA. Zur Beratung hat Medigene auch letztes Jahr aus renommierten Wissenschaftlern ein sogenanntes Scientific Advisory Board zusammengestellt, das die Firma berät und auf neueste Trends und Entwicklungen hinweist.

ES: Rechnet Medigene in naher Zukunft mit Meilensteinzahlungen aus der bluebird bio Kooperation?

Die Kooperation mit bluebird bio geht gut voran, zum Zeitpunkt künftiger Meilensteinzahlungen machen wir aber grundsätzlich keine Aussage. Es liegt nicht nur in Medigenes Hand, die Meilensteine zu erreichen, da es sich um eine gemeinsame Entwicklung mit bluebird bio handelt. Das genaue Erreichen des nächsten Meilensteins ist daher nicht ohne weiteres prognostizierbar. 

ES: Ende Mai konnte Medigene bei einer Kapitalerhöhung 32,3 Mio. € am Kapitalmarkt einsammeln. Wofür soll die frische Liquidität genutzt werden? 

Wir planen, mit dem Netto-Erlös der Transaktion das laufende klinische Programm mit TCR-Ts auszuweiten und die Pipeline von potenziellen TCR-T-Kandidaten für eine künftige klinische Entwicklung weiter voranzubringen. Vorstellbar ist auch die Ausweitung der klinischen Erprobung in Europa oder auch in den USA. 

ES: Stehen noch weitere Kapitalmaßnahmen in jüngerer Zukunft an?

Mit unserem Bestand liquider Mittel von ca. 80 Mio. € zum Halbjahresende sind wir über den Prognosezeitraum von zwei Jahren hinaus finanziert. Es besteht hier also derzeit kein dringender Handlungsbedarf.

ES: Wie schätzen Sie nach den großen Übernahmen (Gilead/Kite und Celgene/Juno) die Konsolidierung in der Biotechnologiebranche ein? 

Pharmakonzerne und große Biotechunternehmen erkennen zunehmend, dass Zelltherapien ein Bereich ist, den sie nicht verpassen wollen. Ich denke, weitere große Übernahmen könnten kommen, insbesondere wenn man positive und belastbare Daten aus laufenden TCR- oder CAR-T-Studien sehen wird oder wenn diese Immuntherapien nachhaltige Erfolge bei soliden Tumoren zeigen.

ES: Sehen Sie Medigene selbst als Übernahmekandidaten?

Ziel von Medigene ist es, unsere TCR-Pipeline weiter auszubauen und eigene Krebsimmuntherapien bis zur Marktreife zu entwickeln. Je erfolgreicher wir bei unseren Entwicklungsprogrammen sein werden, umso attraktiver werden wir als Investment für Aktionäre, vielleicht auch potenziell für Unternehmen, die Know-how und Projekte im Bereich Zelltherapien akquirieren möchten. Über solche potenziellen Angebote müssten dann unsere Aktionäre entscheiden. Unsere Strategie zielt jedoch darauf ab, Medigene als globalen Innovator in der zellulären Krebsimmuntherapie langfristig zu etablieren. 

ES: In der 1. Jahreshälfte geriet die Aktie von Medigene arg unter Druck. Warum?

Generell kommentieren wir konkrete Kursentwicklungen nicht. Wir bewegen uns als innovatives Unternehmen in einem sehr dynamischen Sektor, der auch immer wieder von deutlichen Kurs-Trends in beide Richtungen geprägt ist, teilweise ausgelöst durch konkrete Unternehmensmeldungen, teilweise durch allgemeine Branchenentwicklungen. In den letzten Wochen hat die Medigene-Aktie wieder deutlich zugelegt. Wichtig ist aber vor allem ein langfristiger Trend. In den letzten 12 Monaten konnten wir einen Kursgewinn von fast 50 % verzeichnen, seit unserer Neupositionierung als Immuntherapie-Unternehmen Anfang 2014 stieg die Medigene-Aktie um über 350 %. 

ES: Vielen Dank für das Gespräch.

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ES: Auf Ihrer Internetseite steht: „SEVEN PRINCIPLES (7P) hat eine Mission:

Wir liefern Ihnen innovative IT-Lösungen, helfen Ihnen, Ihr Unternehmen nachhaltiger und digitaler zu gestalten und begleiten Sie in der digitalen Transformation.“ Das klingt wie bei hundert anderen Anbietern auch. Warum also soll ich als Kunde zu 7P kommen? 

Vielleicht sind Sie ja schon Kunde von 7P, ohne es zu wissen. Sie bestellen z.B. per App ein Essen und lassen es per Kurierdienst liefern. Sie bezahlen dann per Smartphone und haben damit, ohne es zu wissen, die Komplettlösung von 7P genutzt. Diese gesamten Prozesse der Verwaltung und Logistik liegen nämlich bei uns. Oder noch ein Beispiel: Sie wollen mit Ihrem Smartphone irgendwo auf der Welt bei Ihrer Bank ein Tagesgeldkonto eröffnen, dann machen Sie das höchstwahrscheinlich über das von 7P entwickelte sog. Videoident-Verfahren. 

Eine der am meisten genutzten Apps in Deutschland ist die eines großen Logistikunternehmens, mit dem der Kunde seine Waren im Internet nachverfolgen kann. Diese Applikation stammt von 7P, ebenso wie die, mit der Sie Ihre Telefonrechnung von einem bekannten Telekommunikationsanbieter oder von einem Stromanbieter digital abrufen können. Oder wenn Sie mit Ihrem Smartphone im Haus Musik hören und vom Dachboden bis zum Keller und in den Garten gleichbleibend guten Internetempfang haben, dann steuert 7P mittels intelligenter Netze dies für Sie, ohne dass Sie es merken. 

ES: Aber ich bin nicht direkt Ihr Kunde? 

Nein, unsere Kunden sind die großen Konzerne, die ich Ihnen leider namentlich nicht nennen darf. Denn viele dieser Unternehmen möchten Sie als Kunde glauben lassen, dass Sie alles aus einer Hand bekommen. Aber ich kann Ihnen sagen, dass von den 30 DAX-Konzernen 21 unsere Kunden sind.  

ES: Sie haben sich auf die Branchen Telecommunication, Automotive, Energy und Travel, Transport & Logistics fokussiert. Gibt es eine Kernbranche?

Aus der Historie heraus war es die Telekommunikation. Zunehmend nutzen wir die Best Practices dieser Branche zur Umsetzung von Digitalisierungsprojekten, die in der Regel nicht branchenspezifisch sind. Bald kommt die neue Mobilfunkgeneration 5G auf den Markt. Wir werden unser Know-how allen unseren Kunden branchenübergreifend zur Verfügung stellen, damit sie die Vorteile von 5G nutzen können.

ES: Wie viele Kunden haben Sie und wie lange laufen Ihre Verträge?

Das ist sehr schwer zu sagen, da wir mit vielen Kunden nur einzelne Projekte abwickeln. Mit Großkunden wie den DAX-Konzernen haben wir langfristige Verträge, die eine Laufzeit von bis zu 10 Jahren haben. Projekte bei mittelständischen Kunden bewegen sich eher in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten. Für ein Online-Portal entwickeln wir z.B. eine Applikation für Fußballfans, die noch in dieser Saison aktuelle Ergebnisse auf allen Smartphones in allen Sprachen verfügbar machen wird. Die Entwicklung dauert ca. neun Monate, dazu kommen bis zu drei Jahre Gewährleistung.

Wir bauen kontinuierlich unser Portfolio aus und investieren auch in Blockchain-Know-how, IoT, Industrie 4.0 und Cybersecurity. Dabei arbeiten wir u.a. sehr eng mit dem Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI) zusammen. Das sind die großen Themen der Zukunft, die uns weiterhin gut bei Großkunden und im Mittelstand positionieren werden.

ES: Das hört sich alles toll an. Warum aber bleibt so wenig Profit unterm Strich? 

Wir haben am 5. Juni dieses Jahres unser 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Bis 2011 war 7P ein sehr erfolgreiches Unternehmen. Die Ebit-Marge lag bis dahin bei 7 % p.a. Aber dann drängten immer mehr indische und osteuropäische Konkurrenten auf den Markt, und 7P hat zu lange gebraucht, sich entsprechend neu auszurichten. 2014 hat unsere Firma dann 12 Mio. € Verlust geschrieben, das war der Tiefpunkt. 7P musste sich völlig neu aufstellen, denn man wollte 2021 die Break-Even-Schwelle wieder erreichen. Alles wurde in Frage gestellt und neu strukturiert: das Management, das Portfolio, die Partneransätze, Kundenverträge, die Projektbewertungen. 2015 wurden dann die vielen Tochtergesellschaften, die alle eigene Mitarbeiter und sogar eigene Systeme hatten, auf die 7P AG verschmolzen. Dies alles hat größere Investitionen erfordert, auch in neue Systeme, in Prozesse und Personal. Ich hatte damals schon eine „Null-Server-Strategie“ ausgerufen und alles auf die Cloud gesetzt. Das war richtig. Es waren aber auch harte Einschnitte. Zwei Kapitalerhöhungen waren notwendig, die überwiegend von Johannes Mohn, unserem Aufsichtsratsmitglied und Ankeraktionär, gezeichnet wurden.

ES: Resultiert daraus die hohe Beteiligung Ihres Hauptaktionärs Johannes Mohn, der 85 % der Anteile hält? 

Genau! Herr Mohn besaß vor den Kapitalerhöhungen 30 % der Anteile, heute besitzt er 85 %. Zudem hat er damals auch die Aktien aufgenommen, die von anderen Investoren abgestoßen wurden. 

ES: Damit sind von den 3.770.662 7P-Inhaberaktien nur 15 % im Free Float. Das sind gerade einmal 565.599 Aktien. Soll das so bleiben?

Wir werden das inzwischen oft gefragt, denn nun sind wir wieder ein attraktives Unternehmen. Unsere Aktie ist unterbewertet und damit wieder für andere Investoren interessant. Da wir aber in Zukunft stärker in Wachstum investieren wollen, denken wir auch über weitere Kapitalmaßnahmen nach. Dann könnte jeder Interessent Aktien am Markt zeichnen. 

ES: Ihre Aktie ist unterbewertet? Wo sehen Sie den fairen Wert der 7P-Aktie? 

Bei mindestens 25 €.

ES: Oh, das ist ein Wort!

Ich kenne unsere Stärke und unseren inneren Wert. Aber es ist auch kein Geheimnis, dass wir bereits vor ca. einem Jahr Übernahmeangebote zu 15 € je Aktie erhalten haben. Und da lag 7P noch in der Verlustzone. Jetzt machen wir wieder Gewinn, der Turnaround ist in vollem Gange.

ES: Welches Ziel haben Sie als Vorstand für die 7P?

Mein Vertrag wurde dieses Mal nicht um drei, sondern um fünf Jahre verlängert. Bis 2022 möchte ich 7P zur Premiummarke führen. Mein Ziel ist eine Ebit-Marge von 8 % in 2020. 

ES: Und wie sieht es mit Dividende aus?

Eine Ausschüttung ist vorläufig nicht geplant, dafür ist es noch zu früh. Wir reinvestieren zunächst weiter in unser Unternehmen und damit in Wachstum. Schließlich soll unser Erfolg nachhaltig sein. 

ES: Herr Kronfli, wir danken Ihnen für die interessanten Einblicke und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!

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Redaktionelles

Infas will stark wachsen und zahlt wieder Dividende

Sommerliches Wetter und gute Laune prägten die diesjährige Hauptversammlung der infas Holding AG in Bonn. Alleinvorstand Menno Smid konnte den Aktionären für 2017 abermals Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis präsentieren. So kletterten die Erlöse deutlich auf 29,3 (22,7) Mio. €. Das Ebit hat sich auf 3,14 (1,7) Mio. € annähernd verdoppelt. Unter dem Strich ergibt sich ein Jahresüberschuss von 1,88 (0,21) Mio. € oder 0,21 € je Aktie. Die Aktionäre dürfen sich somit wieder nach 2015  auf eine Dividende von 0,07 € freuen.

Auch in den kommenden Jahren will infas weiter deutlich wachsen. Neben den organischen Wachstumschancen kündigte Vorstandschef Smid an, auch alle anderen Optionen (wie etwa Akquisitionen) ins Auge zu fassen. Zu diesem Zweck wird derzeit eine Wachstumsstrategie ausgearbeitet, die mit Unterstützung des vom Aufsichtsrat derzeit gesuchten Finanzvorstandes in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll. Geplant ist dabei auch die Erschließung weiterer Marktsegmente, die bislang noch nicht gezielt bearbeitet wurden.  Dazu gehören etwa die Bereiche Medien und Verlage, Banken und Versicherungen sowie die pharmazeutische Industrie. Auf diese Weise soll sich der Umsatz bis zum Jahr 2021 auf rund 50 Mio. € erhöhen. Über das rein organische Wachstum im bisherigen Geschäft läge das Umsatzpotenzial bei rund 35 bis 36 Mio. €. Laut CEO Smid ist es erklärtes Ziel, „erster Mittelständler“ im Markt hinter den Big Four der Branche zu werden. Da er seinen Ende 2018 auslaufenden Vertrag um weitere drei Jahre bis Ende 2021 verlängern möchte, könnte der langjährige infas-Chef die angekündigte Wachstumsstrategie persönlich umsetzen.

Angesichts der weiterhin positiven Aussichten und der erfreulichen Kursentwicklung in den letzten Monaten verwundert es wenig, dass alle HV-Beschlüsse einstimmig gefasst wurden, darunter auch die Wiederwahl des Aufsichtsrates. Das Kontrollgremium besteht damit weiterhin aus Frau Susanne Neuschäffer als Vertreterin der Großaktionärin Effecten-Spiegel AG (20,4 %) sowie den Herren Dr. Oliver Krauß (Vorsitzender) und Hans-Joachim Riesenbeck (stv. Vorsitzender).

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Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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