TOM TAILOR Holding SE

Der Vorstand der TOM TAILOR Holding SE steht kurz vor dem Abschluss einer Einigung mit den Konsortialbanken und dem Mehrheitsaktionär über die neue Finanzierungsstruktur. Angesichts der konstruktiven Gespräche in den letzten Wochen rechnet das Management in Kürze mit dem Abschluss eines Term Sheets mit den Konsortialbanken. Bis spätestens Ende Oktober 2019 soll dann auch die Vertragsdokumentation über die neue Kreditvereinbarung finalisiert werden. Die neue Vereinbarung sieht dabei eine Laufzeit bis Ende September 2022 vor. Bereits heute konnte der Vorstand die Verlängerung der Brückenfinanzierung mit den Konsortialbanken bis Ende Oktober 2019 erreichen. Auch das kurzfristige Darlehen des Mehrheitsaktionärs Fosun wurde verlängert. Sobald die Finanzierungsvereinbarung finalisiert ist, plant das Management die Jahresabschlüsse 2018 fertigzustellen.(ES - 17.9.2019 - 4:00 Uhr)

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CompuGroup Medical SE

In den vergangenen Monaten führte der Vorstand der CompuGroup Medical SE Gespräche zur Übernahme eines größeren HealthCare IT-Unternehmens außerhalb von Europa. Die nun beendeten Verhandlungen haben inklusive der Prüfung der Transaktion Kosten im niedrigen zweistelligen Millionenbereich mit sich gebracht. Diese Kosten werden vor allem den Ergebnisausweis des zweiten Halbjahres 2019 belasten. Aus diesem Grund reduziert der Vorstand die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr auf 175 bis 190 Mio. Euro. Zuvor hatte das Management ein EBITDA in der Größenordnung von 190 bis 205 Mio. Euro prognostiziert. Die Umsatzprognose von 720 bis 750 Mio. Euro bleibt dagegen unverändert.(ES - 16.9.2019 - 5:00 Uhr)

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Hesse Newman Capital AG

Derzeit befindet sich die Hesse Newman Capital AG zusammen mit dem Mehrheitsaktionär SBW Schweizer Beteiligungs-Werte AG in Gesprächen über den Verkauf des annähernd gesamten Geschäfts. Zusammen mit dem Interessenten haben alle drei Parteien ein Term Sheet vereinbart, mit dem Ziel einen umfassenden Geschäftsanteilskauf- und Übertragungsvertrag vorzubereiten. In diesem Rahmen sollen möglichst sämtliche Aktiva der Gesellschaft sowie die Rechte an der Firma "Hesse Newman" veräußert werden. Außerdem soll die SBW auch ihren 36-prozentigen Anteil an der Hesse Newman Fondsmanagement GmbH verkaufen. Nach erfolgreicher Transaktion soll die Betreuung der Hesse Newman Fonds ebenfalls auf den Interessenten übergehen. Die Gesellschaft soll an Erträgen aus der Veräußerung von Immobilien zweier Hesse Newman-Fonds beteiligt werden. Bei erfolgreicher Transaktion rechnet das Management insgesamt mit einem Ertrag im oberen einstelligen Millionenbereich.(ES - 13.9.2019 - 14:30 Uhr)

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Spezial

Redaktionelles

Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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