Amadeus FiRe AG

Die Amadeus FiRe AG steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr 2018 um 10,3 Prozent auf 97,8 Mio. Euro. Zu diesem Wachstum trugen sämtliche Dienstleistungsbereiche bei. Das stärkste Wachstum mit 23,6 Prozent entfiel auf den Bereich Personalvermittlung. Aber auch der Bereich Fort- und Weiterbildung legte mit 11,6 Prozent zweistellig zu. Dabei war im ersten Halbjahr ein Tag weniger fakturierbar, was einen Umsatz- und Ergebniseffekt von 0,5 Mio. Euro mit sich bringt. Trotzdem erhöhte sich das Bruttoergebnis um 11,7 Prozent auf 45,5 Mio. Euro. Dadurch verbesserte sich die Marge von 45,9 auf 46,5 Prozent. Da sich aber auch die Vertriebs- und Verwaltungskosten um 14,6 Prozent erhöhten, legte das EBITA lediglich um 6,3 Prozent auf 15,2 Mio. Euro zu. Auch der Periodenüberschuss kletterte um 5,8 Prozent auf 10,4 Mio. Euro entsprechend einem Ergebnis je Aktie von 1,93 Euro. Im Gesamtjahr rechnet der Vorstand unverändert mit einer leichten Steigerung beim EBITA.

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Evonik Industries AG

Nach vorläufigen Zahlen steigerte die Evonik Industries AG das bereinigte EBITDA von 640 auf 742 Mio. Euro. Dadurch verbesserte sich die bereinigte EBITDA-Marge von 17,7 auf 19,2 Prozent. Bei einem bereinigten Konzernergebnis von 354 Mio. Euro wies die Gesellschaft ein Ergebnis je Aktie von 0,76 Euro aus. Damit liegen die Zahlen deutlich über den Markterwartungen. Der deutliche Ergebnisanstieg resultierte aus der gleichermaßen sehr guten operativen Geschäftsentwicklung in allen drei Chemie-Segmenten. Auch der Umsatz erhöhte sich von 3,6 auf 3,9 Mrd. Euro. Nach dem guten Geschäftsverlauf im zweiten Quartal erhöht Evonik die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr. Demnach rechnet das Management nun mit einem bereinigten EBITDA zwischen 2,60 und 2,65 Mrd. Euro. Zuvor lag die Ergebnisschätzung für das EBITDA zwischen 2,40 und 2,60 Mrd. Euro.

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Salzgitter AG

Die Salzgitter AG hat ein Angebot zum Erwerb mehrerer Produktionsanlagen von ArcelorMittal abgegeben. Dabei handelt es sich um die Produktionsanlagen in Düdelingen (Luxemburg) und Lüttich (Belgien). Bei den Produktionsstätten handelt es sich vor allem um zwei Kaltwalzlinien sowie Anlagen zur Verzinnung, Feuerverzinkung und elektrolytischen Verzinkung von Stahlband. Allerdings ist unklar, ob es zum Erwerb der Anlagen kommt, da es sich um ein kompetitives Verfahren handelt, an dem mehrere Bieter teilnehmen können. Zudem steht auch der Abschluss eines endgültigen Kaufvertrags noch unter zahlreichen Vorbehalten.

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Spezial

ES: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Börsengang vor gut zwei Monaten?

Wir sind mit dem IPO sehr zufrieden. Wir haben die finanziellen Mittel für das geplante Wachstum vollumfänglich einsammeln können. Zudem erfahren wir durch die Notierung eine deutlich höhere Aufmerksamkeit, nicht nur am Kapitalmarkt, sondern auch bei Kunden und bei der Mitarbeitergewinnung. Und ich denke, auch die Aktionäre können sehr zufrieden sein, liegen unsere Kurse doch merklich oberhalb des Ausgabepreises.

ES: Serviceware ist Anbieter von Softwarelösungen für den sog. „Enterprise Service Management (ESM) Markt“. Wie erklären Sie Ihr Geschäftsmodell?

Einfach gesagt: Mit unseren Softwarelösungen können Unternehmen ihre Serviceprozesse digitalisieren. Bislang – man glaubt es vielleicht kaum – werden diese Prozesse und die Erfassung der damit verbundenen Kosten auch in Großunternehmen häufig mittels Tabellenkalkulation abgebildet. Wir bieten hingegen eine integrierte Softwareplattform an, die vom Serviceprozess über die Kostensteuerung und -analyse bis zur vor Ort Einsatzplanung der Servicekräfte alles digital abbildet. Damit steigern Unternehmen die Qualität und Effizienz ihres Services und senken die Kosten. Es geht also um die Zufriedenheit der Kunden, ein zentraler Schlüssel für den Unternehmenserfolg.   

ES: In welchen Branchen findet man Kunden von Serviceware? 

Wir haben über 500 Kunden aus den verschiedensten Branchen. Aber gerade auch große Unternehmen setzen verstärkt auf Lösungen zur Kundenzufriedenheit und Kos-tentransparenz. So hat Serviceware allein 9 DAX-Unternehmen sowie 4 der 7 größten Gesellschaften hierzulande als Kunden.  

ES: Gibt es Großkunden oder Branchen, von denen eine Abhängigkeit besteht? 

Mit den 5 größten Kunden haben wir im vergangenen Jahr rd. 8 % unseres Umsatzes abgerechnet. Rund 60 % des Umsatzes des vergangenen Jahres waren zudem wiederkehrende Umsätze. Serviceware verfügt damit über eine sehr stabile und breite Kundenbasis.  

ES: Welche Wachstumstreiber sehen Sie?

Die Zufriedenheit des Kunden ist ein zentraler Faktor für die Kundenbindung und die Abgrenzung zu Mitbewerbern. Diese Einsicht setzt sich immer stärker durch, die Unternehmen suchen verstärkt nach Softwarelösungen. Denn Digitalisierung ist der Treiber des ESM-Marktes und damit auch ein wichtiger Treiber für unser Wachstum.  

ES: Mit welchen organischen Wachstumsraten rechnen Sie auf Sicht der kommenden 3 bis 5 Jahre?

Der Markt selber wird nach Schätzungen von Gartner zwischen 2017 und 2021 um durchschnittlich rd. 11,8 % wachsen – pro Jahr wohlgemerkt! Wir wären aufgrund unserer Marktposition und der Qualität unserer Softwareplattform einigermaßen unzufrieden, wenn wir dies als Messlatte nehmen müssten. Da haben wir merklich ambitioniertere Ziele. 

ES: Wie stellt sich die Wettbewerbssituation dar? 

Der ESM-Markt rückt jetzt immer stärker in den Fokus der Unternehmen. In Europa hat Serviceware eine herausgehobene Position, denn wir sind das einzige Unternehmen, das eine modulare, integrierte Plattform anbietet, die Service Management, Financial Management sowie Field und Customer Service Management vereint. Global haben wir zwei Wettbewerber, die größer sind als wir. Aber auch dort können wir punkten, indem einzig unsere Plattform dieses breite Spektrum abdeckt.   

ES: In welchen Ländern wollen Sie zukünftig bevorzugt aktiv werden? 

Beim internationalen Roll out unserer Plattform sind aktuell im allerersten Schritt Spanien, Niederlande/Belgien und Skandinavien für uns interessant. Kurzfristig sollen dann Großbritannien, Italien und Frankreich folgen.   

ES: Nach welchen Kriterien würden Sie potenzielle M&A Targets auswählen? 

Wir kennen die Branche natürlich sehr gut und haben auch bereits einige interessante Targets im Blick. Unser oberstes Ziel ist jedoch ganz klar, unsere Plattform durch Zukäufe zu ergänzen und eventuell noch Cross Selling Potenziale zu heben. Unsere Aktivitäten gestalten sich auch recht vielversprechend, aber natürlich werden wir keine Kaufpreise zahlen, die so hoch sind, dass eine Akquisition keinen Wert für unser Unternehmen und unsere Aktionäre generiert. Aber ich bin in dieser Hinsicht sehr optimistisch.

ES: Wie haben sich die Geschäfte bisher in 2018 entwickelt? 

Wir sind mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden. Im ersten Quartal, das im Einfluss des Börsengangs stand, haben wir den Umsatz und das Ergebnis gesteigert und zudem Erfolge bei der Großkundengewinnung in Deutschland und Skandinavien erzielt. Die Zahlen für das 2. Quartal sind für Juli angekündigt. Ich gehe davon aus, dass der Kapitalmarkt nicht enttäuscht sein wird.   

ES: Und wie sieht Ihre mittelfristige Prognose aus?  

Wir haben hierzu bisher keine Prognose veröffentlicht, aber es ist klar: Wir wollen die sich bietenden Wachstumschancen nutzen. Serviceware verfügt dafür über eine hervorragende Ausgangsbasis, eine exzellente Produktpalette und eine breite Kundenbasis mit namhaften Großkunden. In 5 Jahren wollen wir in einem schnell wachsenden Markt die europäische Marktführerschaft weiter gefestigt haben und was danach kommt, wer weiß… Weil wir von den ausgezeichneten Perspektiven überzeugt sind, sind unser CEO Dirk Martin und ich als die beiden Gründer von Serviceware mit jeweils 30 % am Unternehmen beteiligt und wollen auch langfristig engagiert bleiben.

ES: Neben den Chancen auf Kursgewinne ist auch die Dividende ein wichtiges Investitionskriterium. Auf welche Dividendenpolitik dürfen sich Ihre Anleger für die Zukunft einstellen? 

Das lässt sich kurz beantworten: Serviceware ist auf lange Sicht ein Wachstumstitel – kein Dividendentitel. Wir wollen das zum Börsengang eingeworbene Geld für unsere Expansionsstrategie nutzen und nicht unmittelbar wieder an die Investoren ausschütten. Denn jetzt gilt es, Marktchancen zu nutzen.

ES: Herr Popp, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

 

 

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Redaktionelles

Mündlicher Verhandlungstermin aufgehoben

In dem Rechtsstreit der Effecten-Spiegel AG ./. Deutsche Bank findet der anberaumte Termin am 29.06.2018 wegen der Verhinderung des Zeugen Dr. Appel nicht statt. Der Senat beabsichtigt, den neuen Termin zur Beweisaufnahme und zur Fortsetzung der mündlichen Verhandlung auf März 2019 zu verlegen.

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Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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MAN

Wie mehrfach im ES berichtet, hatte die Effecten-Spiegel AG nach der Eintragung des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen der MAN SE und der 100%-igen VW Tochter Truck & Bus GmbH im Oktober 2013 ein Spruchverfahren zur Überprüfung des angebotenen Abfindungspreises eingeleitet (vgl. ES 39/2015). Denn die Barabfindung lag mit 80,89 € deutlich unter dem Pflichtangebotspreis der Volkswagen AG vom Juni 2011 in Höhe von 95 €. 

Am 31.07.2015 hatte das Landgericht München dem Antrag der Effecten-Spiegel AG stattgegeben und die Barabfindung auf 90,29 € erhöht. Der Ausgleich (sog. „Garantiedividende“) für die Aktionäre, die ihre Aktien nicht angedient hatten, blieb dagegen unverändert bei den festgesetzten 3,30 €. Die Aktionäre erhielten somit seit 2014 jedes Jahr eine Ausschüttung von 3,07 € eingebucht.

Obwohl aus Sicht der Effecten-Spiegel AG der wirtschaftliche Wert der MAN-Aktie deutlich höher angesiedelt werden muss, hat das OLG München am vergangenen Freitag den Barabfindungsbetrag von 90,29 € je MAN-Aktie bestätigt. Allerdings hat das Gericht die jährliche Ausschüttung für die in der Gesellschaft verbliebenen MAN-Aktionäre um sagenhafte 67 % auf 5,50 € (vor Unternehmenssteuern) angehoben. Das ist ein sensationeller Erfolg. Damit stehen den Aktionären also mindestens  4,75 € als Ausschüttungsbetrag statt der gezahlten 3,07 € pro Jahr zu.

Da das Urteil rechtskräftig ist, muss die VW-Tochter, die künftig Traton heißt, sowohl den Nachbesserungsbetrag für die Abfindung an die ausgeschiedenen Aktionäre als auch den Dividendenaufschlag an die verbliebenen Aktionäre ab 2014 nachzahlen.  

Die Effecten-Spiegel AG hält seit 2012 Aktien der MAN SE in unterschiedlicher Bestandshöhe (zwischen 35.000 und 52.000 Stück) und hat somit Anspruch auf eine jährliche Dividendennachzahlung für die gesamte bisherige Laufzeit des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages. Die Gesellschaft erwartet aus der Erhöhung der Ausgleichszahlung eine ertragswirksame Zahlung von mindestens 350 T€ vor Steuern. 

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Thema der Woche

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